Kirche braucht Vielfalt - Die Mitarbeitendenverbände erwarten Augenhöhe

Kirche braucht Vielfalt - Die Mitarbeitendenverbände erwarten Augenhöhe

Die Mitarbeitendenverbände im Bereich der EKvW begrüßen die erstmalige Vorlage eines gemeinsamen Personalberichtes. Dort werden die aktuelle Situation und die Entwicklung der Berufe in der Ev. Kirche beschrieben. Insbesondere die umfangreiche Sammlung von Daten zu den einzelnen Berufsfeldern ist für eine zukünftige Planung und strategische Entscheidungen sehr hilfreich.

Gleichzeitig sind wir in einigen Punkten enttäuscht über den Personalbericht, der der Landessynode am 16.11. vorgestellt wurde. Geist und Ausrichtung der Gespräche zwischen Verbänden und der Kirchenleitung in der Vergangenheit waren stets von einer Begegnung auf Augenhöhe geprägt. Dies kommt im Bericht nicht in dem Maße zum Tragen. Mehr noch: Struktur und Sprachweise empfinden wir in Teilen als ablehnend und abwertend. So ist die Hauptunterscheidung der Mitarbeitergruppen unterteilt in „Theologische“ und „Andere“ Mitarbeitende. Mit „Andere“ sind eben alle weiteren in der Kirche Mitarbeitende gemeint. Hier wäre, auch abweichend von der Sprache im Kirchenrecht, eine wertschätzendere Wortwahl zeitgemäß.

Der Bericht beschränkt sich bei Statistiken zum Pfarrberuf nicht auf den Ist-Zustand, sondern nimmt auch zukünftige Bedarfe und Entwicklungen in den Blick. Analoge Auswertungen fehlen für unsere Berufsgruppen. Ein Blick auf die Mitarbeitenden in den Verwaltungen fehlt gänzlich. Auch trägt der Bericht nur unzureichend der Tatsache Rechnung, dass Menschen vielfältige Erfahrungen mit dem Glauben auch außerhalb tradierter kirchlicher Formen und Parochie machen.

Gerade hier sind aber die Mitarbeitenden tätig, die z. B. in Angeboten der Kirchenmusik, der Bildung oder Jugendarbeit arbeiten. Eine Herleitung der Verhältnisse zwischen den Berufsgruppen vornehmlich vom Gottesdienst und seiner Funktion spiegelt nicht die Lebenswirklichkeit vieler Menschen außerhalb eines kirchlichen inner circles wider.

Wir regen daher an, den Personalbericht fortzuschreiben. Die im Personalbericht genannte „Dienstgemeinschaft Kirche“ ist auch aus Sicht der Mitarbeitendenverbände ein lohnenswertes Zielbild! Mit der Reformvorlage „Kirche mit Zukunft“ (2000) und der darin enthaltenen Formulierung „Menschen, die in der Kirche arbeiten“ sind wir an dieser Stelle schon einmal weit gewesen. Die Forderung im Bericht, sich über einen „langfristig und nachhaltig angelegten Prozess über die künftige Zusammenarbeit von Pfarrdienst, anderen kirchlichen Berufen und ehrenamtlich Tätigen zu verständigen“, bleibt noch sehr nebulös. Hierbei halten wir eine Beteiligung der Berufsverbände für unerlässlich und stehen dafür weiter gerne zur Verfügung.

Der Initiative „Kirche braucht Vielfalt“ gehören an: Berufsverband Gemeindepädagogik, Gesamtausschuss der Mitarbeitervertretungen, Küstervereinigung Westfalen-Lippe, Landesverband Kirchenmusik, vkm-rwl, Westfälisch-Lippischer Verband der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im evangelisch-kirchlichen Verwaltungsdienst

 

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