Läutet Schlichter Ende des DRITTEN WEGEs ein?

Am 3. April 2017 wurde von den anwesenden Dienstgebern des Schlichtungsausschusses der Arbeitsrechtlichen Kommission für die Diakonie Deutschland mit der Stimme des angeblich neutralen Vorsitzenden das Ende des DRITTEN WEGES eingeläutet. Die Dienstnehmerseite hatte aus Protest gegen das Verfahren nicht an der Sitzung teilgenommen.

So wurde einseitig festgesetzt, dass ab dem 1. Juli 2017 die Entgelte der Mitarbeitenden um 2,7 % steigen und gleichzeitig eine Beteiligung an den Kosten der Zusatzversorgung eingeführt wird. Diese beträgt die Hälfte der 4,5 % übersteigenden Beiträge der zuständigen Kassen, bei den meisten werden diese ab 2018 5,6 % betragen; für die Mitarbeitenden also eine Absenkung um 0,55 % der Entgelte. Die Steigerung soll für bestimmte Bereiche erst am 1. September stattfinden. Insgesamt erreicht sie mit 0,9 % bis 1,35 % aufs Jahr weit weniger als die Hälfte der für den öffentlichen Dienst vereinbarten Erhöhung. Für Ärzte gibt es eine rückwirkende Erhöhung ab Januar 2017 um 2,3 % und ab 1.9.17 um 2,7 %.

Zusätzlich sorgte die nur dienstgeberseitig besetzte Gruppe dafür, dass die Jahressonderzahlung wieder um 50 bis 75 % gekürzt werden kann, was nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes seit dem letzten Jahr nicht mehr möglich gewesen wäre.

Somit werden viele Mitarbeitende am Ende des Sommers weniger Geld in der Tasche haben als vor den Beschlüssen der Dienstgeber in Kooperation mit dem gegen den Willen der Dienstnehmer eingesetzten Vorsitzenden.

Obwohl die Dienstnehmer zu einem klärenden Gespräch zwei Tage später eingeladen hatten, hielt die Diakonie es für wichtig, zu demonstrieren, dass der DRITTE WEG, der immer als vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Dienstgemeinschaft verkauft wird, gut ohne Dienstnehmer funktioniert. So wird in Zukunft wohl das diakonische Arbeitsrecht nur noch von Dienstgebern nach deren Vorstellungen gestaltet.

Der vkm-rwl wird auf seiner Delegiertenversammlung im September darüber beraten, ob eine Mitarbeit unter diesen Voraussetzungen in der ARK-DD noch Sinn macht.

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