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Mehr Mittel für Qualifizierung der Fachkräfte an KiTas und Frühförderung gefordert
(Quelle: EKvW) Für die Qualifizierung der Fachkräfte an Kindertageseinrichtungen sowie für die Frühförderung der Kinder unter drei Jahren müssen deutlich mehr Ressourcen bereitgestellt werden als bisher. Zu diesem Ergebnis kam das 3. Bildungspolitische Forum der Evangelischen Kirche von Westfalen zur Bildungsgerechtigkeit. Nur so könne der Benachteiligung vor allem von Kindern mit Migrationshintergrund und aus sozial schwachen Familien in unserem Bildungssystem wirksam begegnet werden, hieß es. Die vom landeskirchlichen Pädagogischen Institut (PI) veranstaltete Fachtagung unter dem Thema "Jedes Kind zählt - Bildungsgerechtigkeit und frühe Kindheit" setzte sich mit den Defiziten in bestehenden Bildungs- und Betreuungsangeboten auseinander.

Maria Loheide vom Geschäftsbereich Familie, Bildung, Arbeit im Diakonischen Werk Westfalen (DWW) in Münster kritisierte, dass die in dem Kinderbildungsgesetz (KiBiz) geforderte Fachlichkeit nicht Schritt halten könne mit dem Tempo, mit dem infolge des Gesetzes zurzeit der Ausbau von Plätzen für Kinder unter drei Jahren vorangetrieben werde. 20.000 sind nach ihren Angaben im vergangenen Kindergartenjahr entstanden, 60.000 sollen es im nächsten sein. "Der Trend stößt an die Qualitätsgrenze", sagte Loheide. Es gebe "erhebliche Probleme" bei der Betreuung dieser Kinder. Sie hält hier mehr Ressourcen und eine Qualifizierung der Fachkräfte für "zwingend erforderlich".

Loheide hält auch eine inhaltliche Korrektur des KiBiz im Rahmen der gegenwärtig in NRW diskutierten Bildungsvereinbarung für den Elementar- und Primarbereich für dringend erforderlich. Bisher stehe im KiBiz zu sehr "die Verwertbarkeit mit Blick auf Schule" im Vordergrund. Loheide warnt mit Blick auf das sich von Schule in Auftrag und Methodik unterscheidende Bildungsverständnis in Kindertageseinrichtungen vor einer "Verschulung im Elementarbereich". Das dürfe nicht passieren. Bei der Ressourcenverteilung plädierte Loheide für eine Umverteilung der Mittel zugunsten des Elemetarbereichs. So hätten Kindertageseinrichtungen in sozialen Brennpunkten einen höheren Finanzbedarf als über die bisherigen Pauschalen abgedeckt sei, denn hier sei mehr Personal erforderlich.

"Bei der Umsetzung des KiBiz klafft eine große Lücke, weil das Geld fehlt", kritisierte auch Stefan Drubel von der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er forderte Nachbesserungen bei der Qualifizierung. Der theologische Dezernent in der Abteilung Erziehung und Bildung des Landeskirchenamts in Düsseldorf plädierte für "ein drittes Konjunkturprogramm, das in Humanressourcen investiert". Auch nach seiner Wahrnehmung sind personell "die Kapazitätsgrenzen in den Familienzentren schon jetzt erreicht, vielerorts sogar überschritten". Grundvoraussetzung für eine qualitativ gute Erziehungsarbeit sei eine generell bessere Bezahlung der Erzieherinnen und Fachkräfte, sagte Drubel. An die eigene Adresse gerichtet, warnte Drubel davor, Kindertageseinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft aufzugeben, weil die Ressourcen knapper werden. Denn das bedeute eine "Abkoppelung von der gesellschaftlichen Entwicklung" in einer Situation, in der die Kirchen auf Gemeinde wie auf landeskirchlicher Ebene gefordert seien, ihren Beitrag zur Chancengerechtigkeit zu leisten. "Es muss eine landeskirchlicher Dienstleistung sein, unsere Einrichtungen in der Kirchengemeinde zugänglich zu machen", sagte Drubel. Er forderte von den Landeskirchen und ihren Kirchengemeinden, frühkindliche Förderung und Bildungsgerechtigkeit in ihr Leitbild aufzunehmen.

 
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