Evangelische Kirche will ihr Arbeitsrecht zerfleddern und Löhne drücken
Arbeitnehmerorganisationen fordern Tarifvertrag
Geschlossen bleibt das Bündnis der vier Arbeitnehmerorganisationen von Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen Westfalen (agmav), Landeskirchlicher Beirat für Mitarbeitervertretungen der Ev. Kirche im Rheinland, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und Verband kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (vkm-rwl) der heutigen (19.08.09) Anhörung beim Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland fern.
Bei der Anhörung geht es um die Pläne der Evangelischen Kirche im Rheinland und ihrer Diakonie, in Zukunft die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in getrennten Gremien zu verfassen. Die Organisationen lehnen entschieden ab, dass kirchliche Beschäftigte nach der jeweiligen Finanzierung ihres Arbeitsfeldes unterschiedlich bezahlt werden sollen. Sie befürchten, dass damit für viele weitere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Löhne gesenkt werden sollen.
Gefordert werden im Gegenteil einheitliche Arbeitsbedingungen im Sozial- und Gesundheitswesen. Der Wettbewerb dürfe nicht über billige Löhne und schlechte Arbeitsbedingung ausgetragen werden. Der monatelange Streik in den Kindertagesstätten habe vielen Menschen erst bewusst gemacht, dass die Arbeit im Sozialbereich häufig schwierig und belastend sei und die Löhne niedrig. Die Beschäftigten bei Kirche und Diakonie wollten mit ihren Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst endlich wieder gleich gestellt werden.
Nach dem Willen der Arbeitgeberseite sollen in einer sog. Zweiten Kammer, zuständig für die diakonischen Einrichtungen, nicht mehr Verbände vertreten sein, sondern Mitarbeitervertretungen, also kirchliche Betriebsräte. Dies wäre eine weitere deutliche Schwächung der Arbeitnehmerseite.
„Gemeinsam mit den Kirchen wollen wir uns für bessere Arbeitsbedingungen im Sozial- und Gesundheitswesen einsetzen. Was am Sonntag gepredigt wird, muss auch am Montag in den eigenen Einrichtungen umgesetzt werden“, sind die Bündnispartner überzeugt.
Mit der jetzigen Novelle beschleunige die Kirche das Ende des Dritten Weges, so das Arbeitnehmerbündnisbündnis. Die Arbeitgeberseite müsse endlich demokratische Regeln akzeptieren und mit der Arbeitnehmerseite neue Arbeitsrechtsregelungsbedingungen aufstellen. Das Bündnis ist der Überzeugung, dass der Abschluss von Tarifverträgen das gesellschaftlich bewährte Instrument sei.
